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Wasserkunst/Wasserspiele
ÖFFENTLICHE WERKE
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DER WÄCHTER DES AUGENBLICKS
 

 

 

Detaillierte Beschreibung

Ein tropfenartiger Messingkopf hängt an einer Kugelkette, die über ein Umlenkrad geführt, am anderen Ende ein Gegengewicht hält. Dieses Gewicht hat die Form einer nach unten zeigenden Hand.
Das ganze System ist derart ausgewogen, dass eine geringe Wassermenge, die über die Kette in den Unterkiefer des Kopfes geführt wird, ausreicht, um diesen in Bewegung zu setzen.
Der Blechkopf gleitet dann über eine Strecke von 150 cm immer schneller abwärts, während auf der anderen Seite das Gegengewicht hochfährt und dort – am oberen Totpunkt – ein Glöckchen anschlägt bzw.einen Schalter betätigt, der den Stromkreis zum Relais des Projektionsapparates schließt. Dieses Relais ist fein aus Messing gearbeitet und eigens angefertigt Es befindet sich unter einem Glassturz auf dem Projektorgehäuse. Bei jedem Schaltvorgang leuchtet darin ein Lämpchen auf. Ein Elektromagnet zieht eine Wippe nach unten und schließt so wechselweise einen Kontakt, wodurch der Projektor weitergeschaltet wird und ein nächstes Bild auf die Projektionsfläche wirft.
Zu diesem Zeitunkt befindet sich der Kopf an seinem unteren Totpunkt. Dort öffnet sich – durch eine andere Kette betätigt – der Mund und speit sein Wasser in eine Schale. Diese Erleichterung bewirkt ein Überwiegen des Gewichts (der zeigenden Hand) auf der anderen Seite: sie zieht den Kopf wieder nach oben, in seine Ausgangsposition zurück.
Beachtlich ist die Bewegungsenergie, bzw. wieviel Schwung schon bei geringer Geschwindigkeit und einer relativ kurzen Distanz entsteht. Würde die Abwärtsbewegung des Kopfes, oder auch des Gewichtes, jäh gestoppt werden, so würde dies Erschütterungen verursachen – mit fatalen Folgen für die gesamte Konstruktion. Deshalb wird das nach unten zurückkehrende Gewicht von einem gefederten Schöpflöffel aufgefangen. Dadurch allein ist die Bewegungsenergie jedoch nicht unwirksam geworden, sondern wird nur umgekehrt: Nach dem Auffangen des Gewichtes federt der Löffel nämlich zurück und schleudert das Gewicht wieder nach oben in eine unentschiedene Mittelposition – mit fatalen Folgen für den Schaltvorgang des Projektors. Deshalb wurde eigens eine „Wasserbremse“ entwickelt: An der Unterseite des gefederten Schöpfers wurde ein Gefäß befestigt, dessen Boden aus einer Gummiklappe besteht. Unter dieser Anordnung steht ein wassergefüllter Glasbehälter. Saust nun das Gewicht nach unten und prallt auf den Schöpfer, bewegt sich dieser einerseits abwärts, andererseits taucht der Topf ins Wasser, die Gummiklappe öffnet sich und Wasser strömt ein. Wenn nun der Schöpflöffel zurückfedern will, schließt sich die Gummiklappe im Topf und das Wasser darin wird am Auslaufen gehindert. So hat die Feder zusätzlich an einer Ladung Wasser zu ziehen, das nur langsam ausläuft.

© LEOPHARD /Gerhard Zsambok

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